3.
Info
Oft erklingen sogenannte ii-V-Kadenzen, d.h. vor der Dominante (=V. Stufe) erklingt die II. Stufe als Septakkord, in der Tonart C-Dur die Töne d-f-a-c, also ein Mollseptakkord, in der Tonart c-moll die Töne d-f-as-c, also ein halbverminderter Septakkord. Weil der halbverminderte keine reine Quinte zum Grundton hat (d-as), hört man den Ton d sehr schlecht als "Grundton", weshalb die Funktionstheorie vom Grundton f ausgeht und den Akkord als "Subdominante mit Sixte ajoutée im Bass" bezeichnet. Hörtechnisch mag das Sinn machen, andererseits ist die Stufen-technische Analogie zum Mollseptakkord der II. Stufe in Dur offensichtlich, und es ist daher verwirrend, die II. Stufe einmal als Subominantparallele (in Dur), einmal als Subominante mit Sexte im Bass (in moll) zu bezeichnen.
Aufgrund dieses system-immanenten Widerspruchs zwischen den Theoriemodellen (Funktions- vs. Stufentheorie) werden die halbverminderten Akkorde hier doppelt bezeichnet.